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Sonntag, 13. September 2009

Kultur Kritik Salzburger Festspiele

Salzburger Festspiele erneuern und reformieren! Mittlerweile scheint das Bewusstsein für kulturelle Spitzenleistungen abhanden gekommen zu sein. Im Festspielhaus, wo für Verdi einst die Crème de la Crème des internationalen Belcanto von Mirella Freni über José Carreas oder Placido Domingo bis Nikolai Ghiaurov antrat, wo selbst Nebenrollen wie die Stimme von Himmel oder der Page Tebaldo im "Don Carlos" mit Namen wie Anna Tomowa-Sintow und Edita Gruberova besetzt waren, singen heute Stimmen auf Stadttheaterniveau - kaum hörbar unter den Attacken der philharmonischen Orchesterangriffe. Die Dirigentenriege der Festspiele sollte wieder mehrheitlich weg von der zweiten Kategorie.
Man kann sich auf den neuen Intendanten der salzburger Festspiele nur freuen. Schlechter kann es nicht mehr werden.

Dienstag, 19. August 2008

Kultur geht im "Kulturland" betteln

Die Festspiele und der ORF: Kulturelle Röntgenbilder in Österreich.

Erste Bilanz der Salzburger Festspiele? Auffallendste Aktion 2008 war
vielleicht der laute Jammer über die Auswirkungen des jüngsten
Neidparagrafen. Sponsoren machen von ihrem Vorkaufsrecht auf
Eintrittskarten nicht mehr Gebrauch, denn Geschäftspartner zur
Salzburger Mozart- oder Verdi-Premiere einzuladen, das fällt ab
sofort unter die Rubrik "Bestechung".
Die dümmsten Neidargumente gegen die Kulturförderung haben damit
ihren legislativen Widerhall gefunden: Die Superreichen, denen die
sogenannten Hochkultur ein Anliegen ist, sollen sich den Erhalt
derselben gefälligst selber zahlen.
Die Misere begann, als ein Wiener Operndirektor - es war in den
Achtzigerjahren - bekannte, er werde ausziehen, um "mit dem Hut in
der Hand" Geld für die nächste Premiere zu sammeln. Unterminiert war
die bis dahin sakrosankte Vorstellung, dass die Kulturförderung - und
zwar vom Multikulti-Projekt in einem Hinterhof in Hernals bis zur
Festspielpremiere - zu jenen Dingen gehört, die sich das
österreichische Ego nicht aus der Hand nehmen lässt. Die
Aufrechterhaltung des kulturellen Selbstwertgefühls war sozusagen das
Rückgrat der Politik im "Kulturland".
Festspiele? Das waren einmal Veranstaltungen, auf die man im Lande
stolz war, weil sie beweisen sollten, was man im allerbesten Fall und
unter den allerbesten Voraussetzungen auf jenem Sektor, für den man
in aller Welt bestaunt wird, zu leisten imstande ist. Nicht dass eine
Ansammlung von Weltstars keine Flops landen könnte. Doch sagt es
etwas aus über das Niveau, auf dem man diskutiert, wenn es Giorgio
Strehler und Herbert von Karajan sind, die da scheitern. Derzeit
schwebt über allem eher das Motto: "Mehr bringen wir mit unserem
Budget nicht zusammen".
Die Realität ist anders, wie wir wissen. Das hat, wie der
Sponsoren-Zirkus mit dem Fehlen jeglicher qualifizierter, dem Ruf des
Landes angemessener Kulturpolitik zu tun. Deren Anliegen wäre die
Qualitätssicherung in jenem für das internationale Prestige so
unschätzbaren Bereich. Unsere Staatslenker erkennen jedoch kulturelle
Belange, scheint's, nicht mehr als grundsätzliche Notwendigkeit,
sondern bestenfalls als Faktoren bei der Berechnung von
Umwegrentabilität.

Freitag, 25. April 2008

Auch Religiöses gehört zu den "Buchlieblingen 2008"

Bei der "großen Nacht des Buches" wurden u. a. Ben Beckers CD-Projekt "Die Bibel" und das Interviewbuch "Wer braucht Gott?" Barbara Stöckls mit Kardinal Schönborn gewürdigt

Ben Beckers CD-Projekt "Die Bibel" und das Interviewbuch "Wer braucht Gott?" von Barbara Stöckl mit Kardinal Christoph Schönborn sind am Dienstagabend in der "Großen Nacht des Buches" unter die "Buchlieblinge 2008" eingereiht worden. Sie wurden mit einer Reihe anderer Bücher in den Wiener "Interspot-Filmstudios" gewürdigt, Anlass war der "Welttag des Buches" am 23. April (das Datum geht auf den Festtag des Heiligen Georg zurück und bezieht sich auf eine katalanische Tradition, zum Namenstag des Volksheiligen Bücher zu verschenken).

Der Buchliebling-Wettbewerb fand in Kooperation mit dem Unterrichtsministerium und dem Fachverband der Buch- und Medienwirtschaft in der Wirtschaftskammer zum dritten Mal statt. Beachtliche 63.000 Nominierungen waren beim Veranstalter, dem Verlagsbüro Schwarzer, eingetroffen. In 14 Kategorien wurden die beliebtesten Bücher der österreichischen Leserschaft geehrt.

Als besonders gelungenes Hörbuch wurde die im deutschen "Baumhaus"-Verlag erschienene Produktion "Die Bibel - eine gesprochene Symphonie" ausgezeichnet, die der Schauspieler Ben Becker gemeinsam mit dem Deutschen Filmorchester Babelsberg und der "Zero Tolerance Band" aufgenommen hat. Das "Buch der Bücher" wurde dabei in einer mehrstündigen Performance kreativ umgesetzt, wortgewaltige Texte aus dem Alten und Neuen Testament wurden durch eigens komponierte Musik, aber auch durch neu bearbeitete Werke von Gustav Mahler bis hin zu Johnny Cash und Elvis Presley beeindruckend in Szene gesetzt. Die Erzählungen um Adam und Eva, Kain und Abel, Noah, Moses, Jona oder Hiob, aber auch Passagen aus den Evangelien werden dabei auf eine neue Weise anschaulich.

"Schreibende Kardinäle" und Papstbücher sind beliebt

Dass mit Büchern mit religiöser und spiritueller Ausrichtung durchaus gute Verkaufszahlen erzielbar sind, bestätigte am Mittwoch Gerhard Zach, Chef der "Herder"-Buchhandlung in der Wiener Wollzeile:
"Schreibende Kardinäle" seien fast immer ein Erfolg, gerade das Stöckl-Schönborn-Buch sei nach wie vor begehrt. Immer noch beliebt seien Bücher von und über Papst Benedikt XVI., wenn auch der Boom rund um den Papstbesuch im September 2007 inzwischen etwas abgeebbt sei, so Zach. Ähnlich sei es bei Büchern über den Islam, die eine Zeit lang zu den absoluten Verkaufs-Hits gezählt hätten; zuletzt sei das Interesse wieder etwas zurückgegangen.
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Ein Erfolgsautor über nun schon viele Jahre hinweg sei Anselm Grün, dessen alltagstaugliche spirituelle Literatur ein breites Publikum weit über kirchlich Engagierte anspreche. Die Autoren theologisch-wissenschaftlicher Bücher dagegen tun sich nach der Beobachtung Zachs zunehmend schwer, sich auf dem Büchermarkt zu behaupten.

Sonntag, 30. März 2008

Tonkünstler-Orchester Niederösterreich präsentiert sein Programm für die Saison 08-09

Heute hat das Tonkünstler-Orchester im Wiener Musikverein das Abonnement-Programm der Saison 08-09 bekanntgegeben. Unter dem Slogan "Achtung: Mitreißend!" erwartet das Tonkünstler-Publikum große Symphonik, Raritäten der Orchesterliteratur sowie bekannte Künstler und vielversprechende Talente in den drei Haupt-Residenzen Wien, St. Pölten und Grafenegg. Das Repertoire erstreckt sich von der Wiener Klassik bis hin zu zeitgenössischen Kompositionen, von symphonischen Werken bis hin zu Oper, Jazz und Popmusik.

Virtuosen am klassischen Instrumentarium wie Sharon Bezaly, Gautier Capuçon, Chloë Hanslip, Steven Isserlis oder Nelson Freire werden ebenso zu hören sein wie eine zeitgenössische Komposition für Alphorn sowie für die arabische Flöte Nay. Chefdirigent Kristjan Järvi wird seinen Platz mit Gastdirigenten wie Michail Jurowski, Richard Hickox, Andrew Litton oder Bruno Weil teilen.

Mit einer Reise vom Abendland ins Morgenland setzt das Orchester unter Kristjan Järvi die Jazz- und World Music-Konzertreihe "Plugged-In" auch in der Saison 08-09 fort. Als Reisebegleiter fungieren Mnozil Brass, Theodosii Spassov, Miroslav Tadic, Daniel Schnyder und Burhan Öcal.

Montag, 14. Januar 2008

"Apropos Oper - Die Opernwerkstatt" mit desig. Staatsoperndirektor Dominique Meyer

Wien - Vergangenen Dienstag fand im Wiener RadioKulturhaus die "Opernwerkstatt" mit dem designierten Staatsoperndirektor Dominique Meyer statt. Das Gespräch mit dem derzeitigen Direktor des Théatre des Champs-Élyseées in Paris und ab 2010 Nachfolger von Staatsoperndirektor Ioan Holender führte Peter Dusek.

Der Mitschnitt der Veranstaltung wurde am Sonntag, den 13. Jänner ab 15.06 Uhr in Ö1 im Rahmen von "Apropos Oper - Die Opernwerkstatt" ausgestrahlt.

Freitag, 11. Januar 2008

MedUni Wien: Vorbereitung für den Eignungstest Medizinstudium (EMS)

Die Medizinische Universität Wien bietet aktive Unterstützung an

Wie bereits in den vergangenen zwei Jahren werden auch heuer wieder 740 Studienwerberinnen und -werber für die MedUni Wien mittels des EMS zu den Diplomstudien für Humanmedizin und Zahnmedizin für das Studienjahr 2008/09 erstmalig an der MUW zugelassen. Die Online-Voranmeldung erfolgt dabei heuer im Zeitraum vom 1. bis 23. Februar.2008 über ein online-Formular auf der Homepage www.eignungstest-medizin.at

Obwohl es sich beim EMS-Test um ein international erprobtes und valides Auswahlverfahren handelt, wurde in den beiden vergangen Jahren, wo der Test in Österreich erstmals zur Anwendung kam, ein merklich schlechteres Abschneiden der österreichischen Frauen registriert. Beim Teilnehmerkollektiv aus Deutschland war der Geschlechterunterschied hingegen gering, in der Schweiz trat er seit der dortigen Einführung des Tests im Jahre 1998 nicht auf bzw. war nie signifikant. Erste Ergebnisse einer deshalb vom Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung in Auftrag gegebenen Studie konnten dazu noch keine abschließende Erklärung liefern, zeigten aber ganz allgemein, dass österreichische Studienwerberinnen und -werber hinsichtlich der Vorbereitung auf eine derartige Testsituation gegenüber ihrer deutschen Kollegenschaft ein Defizit aufwiesen.

Neben diesen, den bisherigen Ergebnissen der Studie entsprechenden Maßnahmen wurde von der MedUni Wien die Verordnung für die Festlegung des Testverfahrens durch den EMS für ein Jahr befristet, nämlich für das kommende Studienjahr 2008/09, um auf Basis der erst in einiger Zeit zu erwartenden weiteren Studienergebnisse allfällige weitere Anpassungen vornehmen zu können.

Samstag, 22. Dezember 2007

Sensation beim Opernball 2008

Sensationeller Besuch beim Wiener Opernball 2008: Superstar David Beckham hat sich mit Ehefrau Victoria zum berühmtesten und traditionsreichsten Ball der Welt angesagt.
Vielleicht gibts sogar einen kleinen Prominentenkick? Es kom,mmen nämlich auch österreichische Weltkicker.
Die Fußballstars Andi Herzog und Herbert Prohaska! Wär ja gelacht, wenn man dem David nicht auch mal die Gurke geben könnte, oder Schneckerl?
Passend dazu wird das Ballett der Wiener Staatsoper mit einem Fußball-Ballett die Gäste erfreuen.
Weltstar José Carreras präsentiert mit seinem unvergleichlichen Tenor die beiden Weisen "Passione" von Nicola Valente und "Vurria" von Furio Rendine.
Die Organisation zum Großereignis übernahm heuer erstmals Desirée Treichl-Stürgkh: Diese hat sich für ihren Auftakt auch gleich folgende Neuerung einfallen lassen:
Die Opernball-Gäste werden nicht wie bisher an der großen Treppe zum Opernhaus begrüßt, sondern schon vor der Wiener Staatsoper.

Naja, die Anti-Opernball-Demonstrationen sind in den letzten Jahren ja eh ziemlich friedlich verlaufen.

Montag, 29. Oktober 2007

Ö1: "Pique Dame" - die erste Premiere der Staatsopernsaison 2007/2008

Wien - Ö1 überträgt am Sonntag, den 28. Oktober ab 19.00 Uhr live Peter Iljitsch Tschaikowskys "Pique Dame" - die erste Premiere der Staatsopernsaison 2007/2008.


"Entweder befinde ich mich in einem schrecklichen Irrtum, oder ‚Pikowaja dama' ist wirklich mein Chef d'oeuvre" - diesen Ausspruch soll der Komponist Peter Iljitsch Tschaikowsky voll Stolz über seine letzte große, 1890 in St. Petersburg uraufgeführte Oper geäußert haben. Das Publikum inklusive der Zarenfamilie zeigte sich bei der Uraufführung begeistert und schnell ging "Pique Dame" um die Welt. In Wien wurde die Oper allerdings trotz aller Erfolge nie zu einem großen Repertoirestück: Nach dem Zweiten Weltkrieg ging die Oper 1946 im Theater an der Wien in Szene, eine Produktion, die bis 1954 insgesamt nur 33 Mal gezeigt wurde. Danach vergingen 28 Jahre, bis die Staatsoper das Werk 1982 erneut in einer Eigenproduktion herausbrachte. Bis 1999 wurde diese Kurt-Horres-Inszenierung immer wieder für Neueinstudierungen aus dem Fundus geholt und 1992 und 1999 stand bei diesen Wiederaufnahmen auch der Dirigent der jetzigen "Pique Dame"-Neuproduktion am Dirigentenpult: Seiji Ozawa. Zweifellos keine gewöhnliche Inszenierung verspricht der Name der jungen Regisseurin Vera Nemirova - sie hatte bereits vor einigen Jahren an der Volksoper Wien mit ihrer Sicht der "Gräfin Mariza" für heftige Diskussionen gesorgt - und vielversprechend liest sich auch die Besetzung mit Martina Serafin als Lisa, Anja Silja als Gräfin, Albert Dohmen als Tomski und Neil Shicoff als Hermann, der damit nach seinem umjubelten Lenski in "Eugen Onegin" vor einigen Jahren eine weitere Tschaikowsky-Partie in das Repertoire seiner Wiener Rollen aufnimmt.

Die Live-Übertragung der "Pique Dame"-Premiere in Österreich 1 am 28. Oktober ab 19.00 Uhr markiert den Auftakt zu insgesamt zehn Opernübertragungen aus der Wiener Staatsoper in dieser Saison; die weiteren Termine in Ö1 umfassen die Neuproduktionen von Wagners "Walküre" (2.12.) und "Siegfried" (27.4.), von Verdis "La forza del destino" (1.3.) und von Strauss' "Capriccio" (7.6.), die Neueinstudierungen von Wagners "Meistersinger von Nürnberg" (12.1.) und Mozarts "Cosi fan tutte" (6.2.), sowie Repertoireabende von Bellinis "Norma" (16.11.), Wagners "Tristan und Isolde" (29.3.) und Verdis "La Traviata" (26.4.). Nähere Informationen zum Programm von Österreich 1 sind abrufbar unter oe1.ORF.at